Wartung & Winterfest machen

Solar-Akkus im Winterschlaf: Der ultimative Guide zum Frostschutz im Gartenhaus

In einem unbeheizten Gartenhaus sind Batterien – egal ob Blei-Gel oder Lithium (LiFePO4) – im Winter extremen Belastungen ausgesetzt. Während die Entladung oft noch bei Frost möglich ist, führt das Laden bei Minusgraden bei vielen Akkutypen zu irreparablen Schäden. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie Ihre Inselanlage sicher durch die kalte Jahreszeit bringen und teure Ausfälle vermeiden.

Inhaltsverzeichnis
Die frostige Gefahr: Warum Kälte Batterien zerstört
Technik-Vergleich: LiFePO4 vs. Blei-Gel im Winterbetrieb
Laden bei Minusgraden: Das kritische Risiko
Isolierung & Gehäuse: DIY-Lösungen für die Wärmehalterung
Smartes Management: BMS und Heizsysteme nachrüsten
Lagerung vs. Betrieb: Die besten Strategien für den Winter
Checkliste: 10 Punkte für ein frostsicheres Gartenhaus

1. Die frostige Gefahr: Warum Kälte Batterien zerstört
In einem typischen Gartenhaus sinken die Temperaturen im Januar und Februar oft weit unter den Gefrierpunkt. Für chemische Energiespeicher ist dies kritisch, da die Ionenbeweglichkeit im Elektrolyten massiv abnimmt.
Kapazitätsverlust: Bei -10 °C steht oft nur noch 60-70 % der Nennkapazität zur Verfügung.
Innenwiderstand: Dieser steigt rapide an, wodurch die Spannung bei Belastung schneller einbricht.
Physische Schäden: Bei Blei-Akkus kann ein entladener Elektrolyt (der dann fast nur noch aus Wasser besteht) gefrieren und das Gehäuse sprengen.

2. Technik-Vergleich: LiFePO4 vs. Blei-Gel
Die Wahl des Batterietyps entscheidet über den Aufwand im Winter.
Blei-Gel/AGM: Diese Klassiker sind robust gegen Kälte, solange sie vollgeladen sind. Ein voller Bleiakku gefriert erst bei ca. -60 °C, ein leerer bereits bei wenigen Grad unter Null.
LiFePO4 (Lithium-Eisenphosphat): Sie bieten die beste Performance, reagieren aber allergisch auf das Laden bei < 0 °C. Die Entladung ist bis ca. -20 °C unbedenklich, das Laden jedoch führt zum „Lithium-Plating“ (metallische Ablagerungen), was die Zelle sofort zerstört.
3. Das kritische Risiko: Laden bei Minusgraden
Dies ist der häufigste Fehler bei Inselanlagen. Die PV-Anlage liefert bei strahlendem Wintersonnenschein Strom, während die Batterie noch tiefgefroren ist.
Schutzmaßnahme: Ein hochwertiger MPPT-Laderegler mit Temperaturfühler oder ein Akku mit integriertem BMS (Battery Management System), das den Ladestrom bei Frost kappt, ist unverzichtbar.
4. Isolierung & Gehäuse: DIY-Lösungen
Ein unbeheiztes Gartenhaus bietet kaum thermischen Schutz. Mit einfachen Mitteln können Sie die Batterie schützen:
Isolierbox: Bauen Sie eine Kiste aus XPS-Platten oder Styropor. Diese hält die beim Entladen/Laden entstehende Abwärme im Inneren.
Standort: Platzieren Sie die Batterien nicht direkt auf dem kalten Betonboden, sondern auf einer Holzpalette oder Dämmmatte.
Wetterseite meiden: Installieren Sie die Technik an der Innenwand, die nicht der direkten Witterung ausgesetzt ist.
5. Smartes Management: Heizsysteme nachrüsten
Für den Ganzjahresbetrieb im Schrebergarten gibt es technologische Lösungen:
Self-Heating Akkus: Moderne LiFePO4-Modelle besitzen interne Heizfolien, die sich über den Solarstrom aktivieren, bis die Zelle 5 °C erreicht hat.
Heizmatten: Kleine 12V-Heizmatten (bekannt aus dem Campingbereich) können über einen Thermostaten geschaltet werden, um die Batteriebox frostfrei zu halten.
6. Lagerung vs. Betrieb: Was ist besser?
Wenn Sie den Garten im Winter nicht nutzen:
Lithium-Akkus: Trennen Sie die Pole und lagern Sie den Akku bei 50-60 % Ladestand an einem kühlen, aber frostfreien Ort (z. B. Keller).
Blei-Akkus: Lassen Sie diese im Gartenhaus, aber stellen Sie sicher, dass sie zu 100 % geladen sind und keine Verbraucher (auch kein Standby des Wechselrichters) sie langsam entladen.
7. Checkliste: 10 Punkte für den Winterschutz
Ladezustand prüfen: Blei-Akkus immer voll halten.
Lasttrennung: Wechselrichter komplett ausschalten (Eigenverbrauch!).
Temperatursensoren: Prüfen, ob der Laderegler die Außentemperatur korrekt misst.
BMS-Check: Sicherstellen, dass der „Low Temperature Cut-off“ aktiv ist.
Isolierung: Batteriebox auf Feuchtigkeit kontrollieren (Kondenswasser vermeiden).
Kontakte reinigen: Korrosionsschutz an den Polen auftragen.
Schnee räumen: Halten Sie die Solarmodule frei, damit die Erhaltungsladung funktioniert.
Feuchtigkeitsschutz: Gartenhaus imprägnieren, um Technik vor Nässe zu schützen.
Wintervlies: Kann zusätzlich zur Isolierung von Gehäusen genutzt werden.
Kontrollbesuch: Alle 4 Wochen die Spannung manuell messen.