Welche Verbraucher habe ich?

Strombedarf richtig berechnen

Wer sich für eine Photovoltaik-Inselanlage im Schrebergarten entscheidet, stellt sich schnell die entscheidende Frage: Was kann ich damit eigentlich alles betreiben? Da der Strom aus der Batterie begrenzt ist, ist eine kluge Planung der Verbraucher das A und O. Anders als zu Hause, wo der Strom unbegrenzt aus der Steckdose fließt, muss man im Garten zum „Energiemanager“ werden.

Die typischen Verbraucher: Von Licht bis Luxus

Im Kleingarten lassen sich die elektrischen Geräte in drei Kategorien einteilen: Beleuchtung, Kommunikation und Komfort. Während moderne LED-Lampen kaum ins Gewicht fallen, sind Geräte, die Wärme oder Kälte erzeugen, die echten „Stromfresser“.

Um die Anlage richtig zu dimensionieren, hilft ein Blick auf die Wattzahl (Leistung) und die tägliche Nutzungsdauer.

Übersicht: Stromverbrauch im Garten (Beispielrechnung)

Die folgende Tabelle zeigt typische Verbraucher für einen Sommertag im Garten. Bitte beachte, dass dies Schätzwerte sind – die exakte Leistung steht immer auf dem Typenschild des jeweiligen Geräts.

GerätLeistung (ca.)Geschätzte Laufzeit/TagTagesverbrauch (ca.)
LED-Innenbeleuchtung10 W4 Stunden40 Wh
Smartphone laden10 W3 Stunden30 Wh
Radio / Bluetooth-Box15 W5 Stunden75 Wh
Kleiner LED-Fernseher40 W2 Stunden80 Wh
Kompressor-Kühlbox45 W24 Stunden (Intervall)350 Wh
Laptop / Tablet60 W2 Stunden120 Wh
Wasserpumpe (Brunnen)300 W0,5 Stunden150 Wh
Gesamtverbrauch  845 Wh

Die Krux mit den „Hitzköpfen“

Ein häufiger Fehler bei der Planung einer Inselanlage ist der Wunsch, Haushaltsgeräte wie eine Kaffeemaschine (1.500 W) oder einen Wasserkocher (2.000 W) zu betreiben.

Das Problem: Selbst wenn die Batterie groß genug wäre, bräuchte man einen sehr teuren und leistungsstarken Wechselrichter, um diese Lastspitzen abzufangen. Für den Schrebergarten empfiehlt es sich daher, auf Alternativen zu setzen – zum Beispiel den Kaffee mit einem Gaskocher aufzubrühen. Das schont die Solarbatterie massiv.

Tipps für maximale Effizienz

  • 12V-Geräte bevorzugen: Wenn möglich, nutze Geräte, die direkt mit 12V (Gleichstrom) laufen (z. B. aus dem Campingbedarf). So sparst du die Wandlungsverluste des Wechselrichters, die oft 10–15 % betragen.

  • Achte auf Kompressor-Technik: Bei Kühlschränken ist eine Kompressor-Kühlbox wesentlich sparsamer als eine billige thermoelektrische Box (Peltier-Element), die permanent Strom zieht.

  • Lademanagement: Lade Akkus von Heckenscheren oder Handys am besten dann, wenn die Sonne direkt auf die Panels scheint. So geht der Strom vom Dach direkt ins Gerät, ohne den Umweg über den Akku.

Fazit

Mit einem Tagesverbrauch von ca. 800 bis 900 Wh kommt man im Schrebergarten sehr gut über die Runden. Eine 200W- bis 400W-Inselanlage mit einem passenden Speicher ist dafür meist völlig ausreichend. Wer jedoch kühlen und gleichzeitig fernsehen möchte, sollte seinen Bedarf vorab genau wie in der obigen Tabelle addieren.

 

Bei folgendem Beispiel sieht der Verbrauch schon anders aus, hier muss die Anlage entsprechend nach oben skaliert werden. 

Gerät

Leistung (ca.)

Geschätzte Laufzeit/Tag

Tagesverbrauch (ca.)

LED-Licht (3-4 Spots)10 – 20 W3 – 5 Stunden30 – 100 Wh
Handy/Tablet laden5 – 10 W1 – 2 Stunden10 – 20 Wh
Radio/Bluetooth-Box10 – 30 W4 – 6 Stunden40 – 180 Wh
Laptop30 – 60 W2 – 4 Stunden60 – 240 Wh
Kühlschrank90 W24 Std. (läuft ~8h effektiv)250 – 400 Wh
Ladegerät (Gartengeräte)50 – 100 W1 – 2 Stunden50 – 200 Wh
Fernseher40 – 80 W2 – 3 Stunden80 – 240 Wh
Kaffeemaschine1000 – 1500 W5 – 10 Minuten100 – 250 Wh
Wasserkocher (klein)800 – 1200 W5 – 10 Minuten100 – 200 Wh

Gesamtverbrauch: 1800 WH